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Unterbodenschutz entfernen

Erstellt am 22.01.2018 | Aktualisiert am 09.12.2018 | Lesezeit: ca. 4 Minuten 
Wenn man beispielsweise einen Oldtimer restauriert oder sich die Versiegelung unter dem Auto löst, dann muss man den alten Unterbodenschutz entfernen. Wir selbst wissen, dass es sich hierbei um eine sehr unangenehme Arbeit handelt. Aus diesem Grund haben wir diese Anleitung geschrieben, in der wir dir schrittweise Erklären, wie du beim Entfernen des Schutzes vorgehen solltest.

Zusammenfassung der Anleitung

Falls du ein Schnellleser bist, hast du hier eine kompakte Zusammenfassung zum Unterbodenschutz entfernen:

  1. Wasche den Unterboden.
  2. Stelle den PKW auf einer Hebebühne oder auf Radgreifern ab.
  3. Entferne den alten Schutz mechanisch mit einem Winkelschleifer oder einem Winkelschaber.
  4. Löse die Reste chemisch.
  5. Trage einen neuen Unterbodenschutz auf.

 

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YouTube-Video by Hndks Customs

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Unterbodenschutz entfernen

1.

Waschen

Zu allererst musst du das Auto in eine Waschstraße mit Unterbodenwäsche fahren oder das Unterbodenblech mit einem Hochdruckreiniger sauberspülen. Somit entfernst du sämtlichen Schmutz vom Auto und schaffst dir für später freie Sicht auf den Unterbodenschutz. Versuche anschließend nicht direkt wieder über einen dreckigen Untergrund zu fahren.


2.

Geeigneten Platz suchen

Als nächstes musst du dir einen geeigneten Ort zum Entfernen suchen. Falls gutes Wetter ist, kannst du das Ganze im Freien erledigen. Andernfalls solltest du dir eine große, gut belüftete Halle suchen.

Sobald du einen solchen Platz gefunden hast, musst du das Auto dort auf einer Hebebühne oder Radgreifern abstellen. Wenn du es nur auf einem Wagenheber oder ein paar Holzblöcken / Steinen platzieren würdest, wäre dies zu unsicher.

Falls du keinen Ort zum Entfernen der Versiegelung gefunden hast und auch keine Hebebühne besitzt, dann kannst bei einer Werkstatt in deiner Nähe nachfragen, ob du eine Halle mit Hebebühne gegen eine kleines Entgelt mieten darfst. Dabei hast du zudem den Vorteil, dass dir die Mechaniker oftmals hilfreiche Tipps geben können.


3.

Mechanisch entfernen

Wenn alles vorbereitet ist, dann solltest du zunächst versuchen, den Schutz mechanisch zu lösen. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeit, die wir dir vorstelle möchten. Du kannst dann selbst entscheiden, welche du davon durchführst.

Winkelschleifer / Flex:
Die wohl simpelste Methode zum Entfernen des Unterbodenschutzes ist wohl die Verwendung eines Winkelschleifers mit einer gezopften Drahtbürste. Mithilfe dieser kannst du die Versiegelungsschicht recht schnell lösen. Allerdings solltest du unbedingt einen Mundschutz sowie eine Schutzbrille tragen, da eine Menge Staub entsteht. Des Weiteren darfst du eine einzelne stelle nicht zu lange bearbeiten, da das Blech stellenweise sehr dünn ist

Winkelschaber
Sollte der Schutz noch nicht vollkommen fest, sondern leicht elastisch sein, dann kannst du ihn mit einem speziellen Winkelschaber* entfernen. Erwärme ihn hierzu Stück für Stück und schabe ihn ab. Da diese Methode jedoch sehr lange dauert, würden wir davon abraten, auch wenn sie vergleichsweise wenig Schmutz erzeugt.

Sandstrahler:
Falls du eine Sandstrahlkabine besitzt oder eine mieten kannst, dann solltest du diese zum Entfernen der Versiegelung nutzen. Auf diese Weise kannst du dir eine Menge Zeit und Anstrengung sparen. Hierbei ist es allerdings sehr wichtig, dass du weißt, welche Teile du bestrahlen darfst. Ansonsten können beispielsweise schwere Schäden an der Abgasanlage entstehen.


4.

Reste lösen

Der restliche Unterbodenschutz, der sich nun noch am Fahrzeug befindet, wird chemisch gelöst. Welches mittel du hierzu nutzen kannst, ist abhängig von der Art des Unterbodenschutzes. So solltest du eine Versiegelung aus Wachs bzw. Bitumen mit einem anderen Abbeizer behandeln, als beispielsweise solche aus PVC. Nach einer Einwirkzeit von 8 bis 24 Stunden solltest du sämtliche Reste mit einem Schaber entfernen können.

Wichtig:
Du solltest nicht versuchen, die Versiegelung abzuflammen. Wenn der Unterbodenschutz nämlich beispielsweise aus PVC besteht, dann können dabei giftige Gase entstehen, die zu Ohnmacht oder Übelkeit führen.


5.

Neu versiegeln

Zu guter Letzt solltest du einen neuen Unterbodenschutz auftragen, um das Auto auch in Zukunft vor Salz sowie Wasser und damit verbunden vor Rost zu schützen. Falls du dies das erste Mal tust, solltest zuvor eine Schicht Grundierung auftragen.

Sobald diese getrocknet ist, kannst du den Unterbodenschutz mit einer Spraydose oder einem Pinsel auftragen. Bereits nach rund 20 bis 30 Minuten kannst du das Auto bereits wieder benutzen (bei 20°C Lufttemperatur).

Hinweise:
Bevor du die Versiegelung aufträgst, solltest du unbedingt den Unterboden entrosten. Trage beim Auftragen der Grundierung sowie der Versiegelung unbedingt Schutzkleidung in Form von einer Schutzbrille, Handschuhen und einem Mundschutz.


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benötigte Zeit & Kosten

ca. 4-8 Stunden


ca. 5€ bis 30€

benötigtes Werkzeug

  • Hochdruckreiniger
  • Garage / Halle
  • Hebebühne / Radgreifer
  • Winkelschleifer / Flex
  • gezopfte Drahtbürste
  • Winkelschaber
  • Schutzkleidung
  • Abbeizer
  • Grundierung
  • Pinsel
  • Unterbodenschutz

Tipps, Fragen und Antworten

Was kostet es mich, den Unterbodenschutz entfernen zu lassen?

Wenn du den Unterbodenschutz von einem Fachmann entfernen lässt, dann bestrahlt dieser das Blech in der Regel mit Sand oder Trockeneis.

Da hierbei spezielle Maschinen verwendet werden, die Mitarbeiter einen bestimmten Stundenlohn bekommen und Nebenkosten anfallen, kommt oftmals ein Stundensatz von über 100€ auf. Somit musst du in der Regel für das Entfernen mit Kosten von über 400€ bis 500€ rechnen.

Bildquellen

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