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Parkett verlegen

Erstellt am 18.05.2018 | Aktualisiert am 09.12.2018 | Lesezeit: ca. 5 Minuten 
Um ein Parkett zu verlegen muss man heute nicht mehr unbedingt einen Profi-Handwerker engagieren, sondern kann das Ganze oftmals auch einfach selber machen. Dabei muss jedoch einiges beachtet werden, damit das Parkett über Jahre erhalten bleibt. Aus diesem Grund zeigen wir dir in dieser Anleitung neben den richtigen Verlegen auch, wie du den Untergrund vorbereiten musst und geben dir Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Zusammenfassung der Anleitung

Falls du ein Schnellleser bist, hast du hier eine kompakte Zusammenfassung zum Parkett verlegen:

  1. Reinige den Boden.
  2. Gleiche ihn aus und entferne Schäden.
  3. Lass die Dielen sich für 48 Stunden akklimatisieren.
  4. Verlege eine Trittschalldämmung.
  5. Verlege das Parkett Stück für Stück.
  6. Schneide Löcher für Heizungsrohre etc. frei.
  7. Bringe Abstandskeile zwischen den Wänden und dem Parkett an.
  8. Montiere Fußleisten und Übergangsschienen.

 

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Schritt-für-Schritt-Anleitung: Parkett verlegen

1.

Passendes Parkett kaufen

Als allererstes solltest du überlegen, in welche Richtung du den Holzfußboden verlegen möchtest. Die Ausrichtung entscheidet später nämlich über die Wirkung des Parketts auf den restlichen Raum:

Werden die Dielen parallel zur Längsseite des Raumes verlegt, so wirkt das ganze Zimmer länger. Wenn sie Parallel zur Breite verlegt werden, so wirkt auch der Raum breiter. Muster (z.B. Flechtmuster oder Würfelmuster) hingegen haben eine neutrale Wirkung.

Wenn du weißt, welche Ausrichtung das Parkett später haben soll, kannst du so bereits überlegen, welche Größe die Dielen haben müssen. Ebenso musst du darauf achten, dass richtige Material zu verwenden.

Falls du Fußbodenheizung installiert hast, so sollte das Holz unbedingt eine gute Wärmeleitfähigkeit besitzen und nur wenige Fugen bilden. In dem Fall ist ein Mosaikparkett (Stärke < 8 mm) oder ein Massivparkett am besten geeignet.


2.

Boden vorbereiten

Vor dem Verlegen musst du den Untergrund vorbereiten. Beim Entfernen von alten Bodenbelägen bzw. sonstigen handwerklichen Tätigkeiten entsteht oftmals viel Schmutz in Form von Staub.

Dementsprechend solltest du den Boden zunächst saugen. Wische ihn anschließend mit Wasser sowie einem Allzweckreiniger sauber und lass ihn vollständig trocknen. Ebenso ist es ratsam, den Boden auszugleichen, um Schäden wir Kratzer oder Löcher auszubessern und eine ebene Fläche zu schaffen.

Wichtig:
Parkett sollte nicht auf Teppich verlegt werden. Die Gründe dafür erklären wir dir weiter unten. Weiterhin muss der Boden vollkommen trocken sein.


3.

Dielen akklimatisieren

Als nächstes muss sich das Material an das Klima in dem Raum anpassen, in dem es verlegt werden soll. Lass das Parkett hierzu in seiner Verpackung und lege es so einfach in das Zimmer. Nun solltest du 48 Stunden warten, ehe du zum nächsten Schritt übergehst. Die Raumtemperatur sollte währenddessen bei 20°C bis 25°C liegen.


4.

Dämmung ausbreiten

Wenn die 48 Stunden um sind, musst du eine Trittschaldämmung verlegen. Sie sorgt dafür, dass Schritte später auf dem Parkett gedämpft werden und dementsprechend leise erscheinen. Die Trittschalldämmung* wird einfach Bahn für Bahn ausgerollt.

Die einzelnen Bahnen werden aneinandergelegt, sodass der Überstand der vorherigen Bahn auf der nächsten Bahn liegt. Verklebe diese Verbindung mit geeigneten Klebestreifen.

Sollte der Untergrund mineralisch sein, also beispielsweise aus Putz, Stahlbeton, Mauerwerk oder Porenbeton bestehen, dann musst eine dampfdichte Folie unterhalb der Trittschalldämmung anbringen. Die einzelnen Bahnen einer solchen Folie sollten sich etwa mit 15 cm bis 20 cm überlappen und ebenfalls an den Übergängen verklebt werden.


5.

Verlegen beginnen

Nun kannst du mit dem Verlegen der ersten Reihe beginnen. An den Dielen dieser Reihe musst du erst einmal die Nut gerade mit einer Stichsäge abtrennen. Wo du mit dem Verlegen anfangen möchtest, ist dir überlassen. Der Anfang muss jedoch in einer Ecke des Raumes sein.

Zwischen Wand und Parkett musst du im gesamten Raum Abstandskeile* so anbringen, dass der Belag 1 cm von jeder Wand entfernt liegt. Diesen Abstand nennt man Dehnungsfuge. Sie bietet dem Holz Platz zum Arbeiten.

Nachdem du die erste Diele angelegt hast, wird die nächste an der freien kurzen Seite verbunden. Damit die Verbindung richtig sitzt, musst du sie mit einem Hammer sowie einem Schlagholz festklopfen.

Falls du die Dielen mit einander verkleben möchtest, musst du den überschüssigen Parkettleim direkt mit einem feuchten Tuch wegwischen. Die letzte Diele in der Reihe wirst du vermutlich zuschneiden müssen. Mehr dazu kannst du im übernächsten Schritt nachlesen.

Hinweis:
Für einen erhöhten Halt, kannst du das Parkett beim Verlegen auch vollflächig kleben. Die Klebemasse muss immer für die nächsten 1-2 Reihen aufgetragen werden. Beim Verlegen selbst kannst du so vorgehen, wie in diesem und den nächsten Schritten beschrieben wird. Falls das Parkett eingehängt wird, benötigst du keinen Hammer und kein Schlagholz.


6.

Restliches Parkett verlegen

Immer wenn eine Reihe vollständig verlegt wurde, kannst du mit der nächsten beginnen. Der Anfang einer Reihe sollte immer an der Seite sein, wo du bei der letzten die Diele gekürzt hast. Auf diese Weise entsteht durchgehen ein Versatz. Beim Verlegen selbst musst du so vorgehen, wie bei der ersten Reihe.

Die letzte Bahn wirst du mit einem Zugeisen in die richtige Position bringen und vermutlich in der Breite kürzen müssen. Wie das geht, erfährst du ebenfalls im nächsten Schritt. Außerdem darfst du nicht vergessen, während du die Dielen verlegst, auch die Abstandskeile am Rand anzubringen.


7.

Zuschneiden

Falls du am Ende einer Reihe angekommen bist oder beispielsweise Heizungsrohre im Weg stehen, dann musst du die Dielen zurechtschneiden. Dabei musst du folgendermaßen vorgehen:

Randstücke:
Setze die Diele verkehrt herum an die zuletzt verlegte und schieb sie an die Wand (Zwischen Diele und Wand muss sich ein Abstandskeil befinden). Zeichne jetzt die Länge mit einem Bleistift sowie einem Zirkel ein und schneide das Stück mit einer Fuchsschwanzsäge zu.

Letzte Reihe:
Das Parkett musst du in der letzten Reihe höchstwahrscheinlich auch in der Breite kürzen. Lege des dazu verkehrt herum auf die vorletzte Reihe (Nut nach außen) und drücke es an die Wand (Abstandskeile nicht vergessen!). Zeichne mit einem Bleistift die richtige Breite ein und schneide die Diele mit einer Stich- / Fuchsschwanzsäge zu.

Heizungsrohre:
Beginne die Reihe am besten an der Seite, wo die Rohre sind. Miss den Abstand zu den Heizungsrohren, trenne mit einem Bohrer Öffnungen für diese heraus, schneide das Endstück an den Öffnungen ab und verlege die Dielen.

Das abgetrennte Stück musst du mit Leim verkleben. Die Löcher für die Heizungsrohre müssen etwas größer sein als die Rohre selbst, falls das Holz arbeitet. Sie werden später ohnehin von einer Rosette verdeckt.


8.

Fußleisten und Übergangsschienen anbringen

Wenn du das Parkett geleimt hast, musst du zunächst warten, bis er trocken ist, ehe du mit diesem Schritt weitermachen kannst. Ansonsten kannst du direkt mit den Abschlussarbeiten beginnen. Dazu musst du an dem Türübergang eine Übergangsschiene verschrauben, rundum Fußleisten anbringen und die Öffnungen für die Heizungsrohre mit Rosetten verschließen.


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benötigte Zeit & Kosten

ca. 15-30 Minuten Arbeitszeit pro m²


ca. 15€ bis 30€ pro m²

benötigte Hilfsmittel

  • Abstandskeile
  • Staubsauger
  • Wasser
  • Allzweckreiniger
  • Wischmopp
  • Trittschalldämmung
  • Hammer
  • Schlagholz
  • Bohrmaschine
  • Parkettleim
  • Stichsäge
  • Fuchsschwanzsäge
  • Zirkel
  • Lineal
  • Bleistift
  • Zugeisen
  • Tuch

Fragen und Antworten

Was kostet es mich, wenn ich Parkett verlegen lassen möchte?

Diese Frage können wir dir leider nicht genau beantworten, da jeder Anbieter verschiedene Preise hat und diese in der Regel von der Verlege-Art sowie der Größe des Raumes abhängen. Im Durchschnitt musst du allerdings mit Kosten von 30€ bis über 100€ pro Quadratmeter rechnen. Deshalb solltest du dir am besten ein Angebot von mehreren Handwerkern einholen und dich anschließend für einen entscheiden.

Darf ich Parkett auf Teppich verlegen?

Theoretisch kann man Parkett zumindest auf kurzflorigen Teppichen verlegen. Hiervon würden wir jedoch dingend abraten, da der Teppich nicht so gut dämmt, wie eine Trittschalldämmung, keinen sicheren Halt für das Parkett bietet und in der Regel lediglich eine “Lebenserwartung“ von 5 bis allerhöchstens 10 Jahren besitzt. Zudem kann es passieren, dass der Teppich bei zu hoher Luftfeuchtigkeit schimmelt.

Bildquellen

Header: © #94904946 | Urheber: stockphoto-graf | Fotolia.com

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