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Auto selber lackieren

Erstellt am 27.08.2017 | Aktualisiert am 09.12.2018 | Lesezeit: ca. 5 Minuten 
Du möchtest deinem (alten) Fahrzeug einen neuen Anstrich verpassen, doch hast kein Geld für eine professionelle Lackierung oder möchtest schlichtweg nicht so viel ausgeben? Dann kannst du dein Auto selber lackieren. Wie das geht, zeigen wir dir in dieser Anleitung. Gleichzeitig geben wir dir wertvolle Tipps, wie du die Farbe sowohl mit Spraydosen als auch mit einer Rolle bzw. einer Lackierpistole auftragen kannst.

Zusammenfassung der Anleitung

Falls du ein Schnellleser bist, hast du hier eine kompakte Zusammenfassung zum Auto selber lackieren:

  1. Reinige das Auto vollständig.
  2. Suche dir einen staubfreien, windstillen Ort.
  3. Baue die Zierleisten und Rahmenteile ab.
  4. Schleife den Lack ab.
  5. Entferne gegebenenfalls Rostflecken.
  6. Säubere und entfette die Karosserie.
  7. Klebe alle Teile ab, die keinen Lack abbekommen sollen.
  8. Ziehe dir Schutzkleidung an.
  9. Trage eine Grundierung auf.
  10. Bessere Dellen aus.
  11. Bringe Farblack auf.
  12. Versiegel die Farbe mit Klarlack.
  13. Lass den Lack trocknen, schleif ihn glatt und polier ihn sauber.

 

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Schritt-für-Schritt-Anleitung: Auto selber lackieren

1.

Auto waschen

Als erstes ist es wichtig, dass du dein Fahrzeug komplett von Schmutz befreist. Hierzu kannst du es entweder in eine Waschstraße fahren oder von Hand in einer Waschbox / zu Hause waschen.

Wichtig:
Du darfst nach der Reinigung auf keinen Fall Wachs auftragen, da dieser die Lackierarbeiten erschwert bzw. sogar unmöglich macht.


2.

Passenden Ort suchen

Anschließend musst du dir geeigneten Ort zum Lackieren suchen. Dieser sollte windstill sowie staubfrei sein, sich gut belüften lassen und genügend Platz bieten, sodass du jede Stelle des Autos problemlos bearbeiten kannst.

Hinweis:
Lege unter dem Auto reichlich Zeitung, Folie oder Pappe aus, damit keine Farbe auf den Fußboden gelangt.


3.

Materialien bereitlegen

Sobald du das Auto am Arbeitsplatz abgestellt hast, solltest du dir zudem alle benötigen Geräte und Materialien bereitlegen. Somit sparst du später beim Lackieren eine Menge Zeit, da du nicht erst alle Utensilien heraussuchen musst, wenn du sie benötigst. Was du alles genau brauchst, kannst du weiter unten nachlesen.


4.

Rahmen demontieren

Falls sich an deinem Wagen Rahmenteile und / oder Zierleisten aus Chrom bzw. Kunststoff befinden, die sich einfach entfernen und später wieder montieren lassen, dann solltest du diese abnehmen. Somit gehst du sicher, dass man später an keiner Stelle die alte Farbe sehen kann.


5.

Lack abschleifen

Nimm dir als nächstes ein Schleifpapier mit einer Körnung von 100 bis 200* und schleife damit den alten Lack ab. Glätte anschließend die Oberfläche mit einem zweitem Schmirgelpapier, welches eine feinere Körnung von 300 bis 400 besitzt.


6.

Rost entfernen

Sollte nach dem Abschleifen Rost am Auto erkennbar sein, musst du diesen unbedingt entfernen. Versuche hierzu die verrostete Stelle erneut mit Schleifpapier oder einer Drahtbürste zu bearbeiten.

Reicht dies nicht aus, dann trage entweder Säure oder einen sogenannten Rostumwandler auf, der den Rost teilweise wieder zu Eisen werden lassen kann.


7.

Säubern und entfetten

Wische im nächsten Schritt das gesamte Auto mit einem feuchten Tuch sauber, um den Staub zu entfernen, der beim Schleifen entstanden ist. Sobald die Oberfläche wieder trocken ist, musst du zudem einen Entfetter auftragen, einige Minuten einwirken lassen und anschließend abwischen.

Auf diese Weise entfernst du sämtliche Fettflecken vom Metall, die beispielsweise durch Fingerabdrücke entstanden sein könnten.

Tipps & Hinweise:
Tragen von diesem bis zum letzten Schritt Einweghandschuhe, damit du keine neuen Fettflecken auf Auto hinterlässt, welche zu Unregelmäßigkeiten im Lack führen können. Du kannst das Auto an der Luft trocknen lassen oder auch selber trocken wischen. Geeignete Mittel zum Entfetten sind beispielsweise Terpentin* oder Reinigungsalkohol.


8.

Abkleben

Selbst in einem windstillen Raum kann man beim Lackieren mit der Spraydose / Rollen / Lackierpistole nie hunderprozentig bestimmen, wo die Farbe landet.

Aus dem Grund solltest du alle Teile, die keinen Lack abbekommen sollen, mit Kreppband abkleben sowie mit Zeitung abdecken. Zu diesen gehören beispielsweise die Scheiben, Spiegelgläser, Türschlösser und Lichter.


9.

Schutzkleidung anziehen

Ziehe dir spätestens jetzt einen Schutzanzug an, damit keine Farbe auf deine Kleidung gelangt. Trage außerdem unbedingt eine Schutzmaske sowie -brille, damit du keine Farbdämpfe einatmest bzw. in die Augen bekommst.


10.

Grundieren

Bevor der Lack aufgetragen werden kann, musst du das Auto zunächst grundieren. Trage hierzu eine Grundierung mit Rostschutz / einen Rostprimer auf der gesamten Oberfläche auf und glätte diese mit Schleifpapier (600er bis 700er Körnung), sobald er trocken ist.


11.

Dellen spachteln

Sollten nun Dellen an der Karosserie sichtbar sein, so kannst du diese wieder ebenen, indem du sie mit Spachtelmasse füllst, diese aushärten lässt und anschließend auf die Höhe der umliegenden Karosserie abschleifst.

Grundiere das Teil, an dem du die Delle ausgebessert hast, nochmals komplett und schleife es wie im vorherigen Schritt beschrieben.


12.

Lackieren

Nachdem die Grundierung vollständig getrocknet ist, kannst du das Auto endlich lackieren. Hierfür kannst du entweder Spraydosen, eine Lackierpistole oder Rollen verwenden. Je nachdem, für welche der drei Methoden du dich entscheidest, solltest du folgende Tipps beachten:

Mit Spraydose:
Verwende einen geeigneten Autolack, schüttel die Dose vor jeder Anwendung kräftig, halte den vom Hersteller empfohlenen Abstand ein (meist 20 cm bis 30 cm) und trage gegebenenfalls mehrere Farbschichten auf, falls nach dem Trocknen des Lacks nicht die gewünschte Deckkraft erzielt wurde.

Rollen:
Rühre den Lack ordnungsgemäß an, lass die Rolle für einige Minuten in der Farbe liegen und trage gleichmäßig eine dünne Lackschicht auf. Entstandene Luftblasen kannst du durch einmaliges Überstreichen mit einem trockenen Pinsel entfernen. Verwende außerdem eine Rolle mit recht kurzen Fasern.

Lackierpistole
Verwende einen geeignete Lack für dein Auto, stelle die Lackierpistole richtig ein, halte stets einen Abstand von etwa 20 cm bis 30 cm ein und reinige die Sprühpistole direkt nach dem Lackieren.

Wichtig:
Insbesondere bim Lackieren solltest du stets einen Mundschutz tragen!


13.

Versiegeln

Wenn der Lack getrocknet ist, kannst und solltest du ihn zusätzlich mit Klarlack versiegeln, um ihn beständiger gegenüber Witterung sowie Schmutz zu machen. Beachte dabei ganz einfach die gleichen Dinge, wie beim Lackieren selbst.


14.

Nachbereitung

Zum Abschluss, sobald der (Klar-)Lack trocken ist, kannst du das Malerkrepp entfernen und die Rahmenteile wieder anbringen. Versuche hierbei möglichst nicht direkt den Lack zu berühren.


15.

Trocknen lassen, schleifen und polieren

Denn auch wenn der Lack bereits nach einem Tag vollständig trocken zu sein scheint, solltest du das Auto nach Möglichkeit eine Woche lang nicht fahren und zudem vor Staub sowie sonstigen Verschmutzungen schützen, da diese sich weiterhin in der frischen Lackierung festsetzen können.

Reinige den Lack nach einer Woche wie gewohnt, schleife ihn mit einem sehr feinen Nassschleifpapier (1200er bis 1500er Körnung) glatt und bring ihn zu guter Letzt mit einer Politur sowie einem Polierpad zum Glänzen.

Tipp:
Damit sich während dem Trocknen auf dem Auto weniger Staub ablagert, solltest du es erden.


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benötigte Zeit & Kosten

ca. 8-12 Stunden Arbeitszeit

+

ca. 7-10 Tage zum Trocknen


ca. 100€ bis 200€

benötigtes Werkzeug

  • Wasser
  • Spülmittel
  • Schutzkleidung
  • Kreppband
  • Zeitung
  • Terpentin / Reinigungsalkohol
  • Tücher
  • Grundierung mit Rostschutz
  • Autolack
  • Lackierpistole
  • Pinsel
  • Rolle
  • Schraubenzieher
  • Schleifpapier
  • Politur
  • Polierpad / -maschine

Fragen und Antworten

Welche Kosten kommen auf mich zu, wenn ich mein Auto selber lackieren möchte?

Wie du oben lesen kannst, kommen Kosten von mehreren hundert Euro auf dich zu. Diese setzen sich aus den Preisen für Grundierung, Lack, Klarlack, Schutzkleidung sowie der benötigten Materialien zusammen. Die Höhe der Kosten hängt unter anderem davon ab, welche Qualität die Farbe haben soll, wie groß das Auto ist und welche Utensilien du bereits besitzt.

Bildquellen

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