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Schornstein verkleiden

Aktualisiert am 18.08.2019 | Lesezeit: ca. 7 Minuten

Es gibt viele Gründe, warum es sinnvoll ist, dass man einen Schornstein verkleidet. Einerseits kann das rein optische Ursachen haben, beispielsweise, wenn der Schornstein zu den Dachziegeln passen soll. Zum anderen lässt sich der Schornstein mithilfe einer Verkleidung vor Witterungseinflüssen schützen.

Im Regelfall lässt man die Verkleidung von einem Handwerker anbringen. Mit ausreichend handwerklichem Geschick kann man den Schornstein auch selbst verkleiden. Wie das geht, zeigen wir dir in dieser Anleitung. Zunächst möchten wir dir jedoch geeignete Materialien für die Verkleidung vorstellen.

 

Geeignete Materialien für die Verkleidung

 

Schiefer

Schiefer ist wohl eines der beliebtesten natürlichen Materialien, um Schornsteine zu verkleiden. Die Vorteile von Schiefer liegen in seiner langen Haltbarkeit sowie dem Schutz vor Staunässe. Allerdings gestaltet sich die Montage etwas aufwändig.

 

Klinkersteine

Klinkersteine verleihen dem Schornstein ein gewisses altes, aber charmantes Aussehen, wenn sie zum Haus passen. Der Nachteil des Materials besteht darin, dass Klinkersteine mit der Zeit durchfeuchten können. Zudem sollte man die Anbringung im Anschluss durch einen Fachmann prüfen lassen.

 

Metall (Aluminium, Edelstahl, Kupfer, Zink)

Die Metalle Aluminium, Edelstahl, Kupfer und Zink eignen sich sehr gut als Schornsteinverkleidung. Sie sind witterungsbeständig und verleihen dem Schornstein ein besonderes Aussehen. Verkleidungen aus Metall werden in der Regel in Form von Platten, gelegentlich aber auch als Rohre angebracht. Die Montage erfolgt am besten durch einen Fachmann.

 

Faserzementplatten

Faserzementplatten ähneln äußerlich Schieferplatten. Sie sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich, wodurch das Aussehen des Schornsteins ganz individuell gestaltet werden kann. Durch die geringe Größe können die Platten zudem in beliebigen Mustern verlegt werden.

 

Kunststoffplatten

Wie die Faserzementplatten sind auch die Kunststoffplatten in geringer Größe erhältlich. Die Vorteile des Kunststoffs sind die Farbvielfalt, das geringe Gewicht sowie eine hohe Witterungsbeständigkeit. Auch die Kunststoffplatten können in verschiedenen Richtungen und Mustern angebracht werden.

 

Zusammenfassung der Anleitung

Falls du ein Schnellleser bist, hast du hier eine kompakte Zusammenfassung zum Kamin verkleiden:

  1. Beachte die Unfallverhütungsvorschrift und sichere die Arbeitsumgebung dementsprechend ab.
  2. Prüfe den Zustand des Schornsteins.
  3. Mauere den Kamin gegebenenfalls wieder auf.
  4. Montiere ein Grundgerüst aus Dachlatten, OSB-Platten und Dachpappe an den Schornstein.
  5. Befestige Brust-, Seiten- und Kehlblech am Grundgerüst.
  6. Montiere die Faserzement-, Klinker- bzw. Kunststoffplatten.
  7. Verbinde die Bleche miteinander.
  8. Passe die umliegenden Dachziegel an.
  9. Setze eine Abdeckung auf die Verkleidung auf.
  10. Lass das Ergebnis von einem Schornsteinfeger abnehmen.

 

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Die Farbe des Schornstein sollte der Optik des Hauses passen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Schornstein verkleiden

Im Folgenden erklären wir dir, wie du Schiefer, Faserzement- oder Kunststoffplatten als Verkleidung am Schornstein anbringst. Da natürliches Schiefer allerdings mit einem Schieferhammer auf die richtige Größe geschlagen werden muss, was äußerst viel Übung erfordert, empfehlen wir dir stattdessen die Verwendung von Kunstschiefer.

Vorneweg ist zu erwähnen, dass in jedem jeden Fall die Unfallverhütungsvorschrift eingehalten werden muss. Du musst also unter anderem ein Gerüst mit Absturzsicherung am Haus anbringen, eine Sicherung vor herabfallenden Gegenständen errichten, einen Fanggürtel bei der Arbeit tragen und ein Gerüst auf der Dachfläche aufstellen.

1.

Zustand des Schornsteins prüfen

Als erstes musst du den Zustand des Schornsteins analysieren. Im Laufe der Zeit können sich beispielsweise Klinkersteine lösen. In dem Fall musst du diese auf die ursprüngliche Höhe aufmauern, bevor du mit dem Verkleiden beginnen kannst.  Eine eigenhändige Verringerung der Höhe solltest du nicht durchführen, da dies die Funktionalität und den Brandschutz beeinträchtigen könnte.


2.

Grundgerüst bauen

Im nächsten Schritt wird ein Konstrukt am Kamin angebracht, auf dem später die Verkleidung befestigt wird. Wie du hierbei vorgehst ist abhängig von der Art des Schornsteins.

Bei einem ummauerten Kamin werden hierzu Holzlatten an den Ecken mit Dübeln und Edelstahlschrauben montiert. Die Verschraubung darf jedoch nur im Stein und nicht in den Fugen erfolgen.

Bei Kaminfertigteilen darf man nicht in den Schornstein hineinbohren. Fixiere die Dachlatten in dem Fall mit Schraubzwingen und verschraube sie anschließend miteinander.

Auf das Grundgerüst werden Schalbretter / OSB-Platten angebracht und abschließend alles mit Dachpappe ummantelt.

Hinweis:
Wenn du einen Stülpkopf* anbringen möchtest, musst du diesen Schritt nicht durchführen.


3.

Bleche anbringen

Um Regen vom Schornstein auf das Dach umzuleiten, müssen Brust-, Seiten- und Kehlblech montiert werden. Hierzu müssen zunächst die Dachziegel rund um den Kamin entfernt werden. Anschließend werden die Bleche auf dem Grundgerüst angebracht. Kaufen kann man die Bleche in einigen Baumärkten und in entsprechenden Fachgeschäften.

Tipp:
Falls du die Bleche später nicht verlöten / vernieten möchtest, dann kannst du ein Komplett-Eindeckblech kaufen.


4.

Platten montieren

Zunächst einmal müssen die Eckleisten für die Platten auf die richtige Länge gebracht und montiert werden. Die Platten werden zuerst auf der Front des Kamins befestigt. Nach der Brust werden die Seiten des Schornsteins und zuletzt die Rückseite verkleidet.

Falls die Platten zugeschnitten werden müssen, solltest du eine Schlagschere* oder einen Trennschleifer verwenden. Die vordere Ecke der ersten waagerechten Platte muss an der Oberseite der Frontplatte montiert werden. Die untere Schräge musst du an der Dachneigung ausrichten.


5.

Bleche verbinden

Nun müssen die Bleche verbunden werden. Solche aus Zink oder Kupfer werden hierzu verlötet, während Alubleche vernietet werden. Achte beim Verlöten unbedingt auf das Tragen geeignet Schutzkleidung!


6.

Dachziegel anpassen

Als nächstes müssen die Dachziegel an die neue Größe des Kamins angepasst werden. Schneide erst einmal die umliegenden Ziegel auf die richtige Größe zurecht. Auf der Vorderseite des Schornsteins werden die Dachziegel unter das Blech geschoben. An der anderen Seite wiederum werden die Ziegel auf die Bleche gelegt. Somit wird sichergestellt, dass Wasser ablaufen kann.


7.

Obere Abdeckung anbringen

Zum Abschluss der Verkleidung muss auf der Oberseite des Schornsteins eine Abdeckung montiert werden. Sie soll verhindern, dass sich Niederschlag zwischen der Verkleidung und dem Kamin sammeln kann und dadurch Schäden entstehen. Als Abdeckung kann Blech* oder ein Betonkranz verwendet werden. Hierbei ist unbedingt zu beachten, dass sie über eine ausreichend große Öffnung für den Rauch verfügt.


8.

Einschätzung durch Schornsteinfeger einholen

Wenn du mit dem Verkleiden des Kamins fertig bist und bevor du den Schornstein wieder verwendest, solltest du dir zu deiner eigenen Sicherheit eine Einschätzung eines Schornsteinfegers einholen. So muss nach der Verkleidung unter anderem weiterhin der Brandschutz gegeben sein.


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benötigte Zeit & Kosten

ca. 6-12 Stunden


ca. 500€ bis 1000€

benötigte Hilfsmittel

  • Edelstahlschrauben
  • Dübel
  • Bohrmaschine
  • Holzlatten
  • Schraubzwingen
  • Schalbretter / OSB-Platten
  • Dachpappe
  • Brustblech
  • Seitenblech
  • Kehlblech
  • Schlagschere / Trennschleifer
  • Abdeckung
  • Schutzkleidung
  • Gerüst mit Absturzsicherung
  • Fanggürtel

Fragen und Antworten

 

Welche Kosten kommen auf mich zu, wenn ich einen Schornstein verkleiden lassen möchte?

Die Kosten für eine Schornstein-Verkleidung durch einen Fachmann setzen sich aus den Materialkosten, den Handwerkerkosten sowie der Anfahrt zusammen. Da jeder Handwerker andere Preise hat, solltest du dir mehrere unverbindliche Angebote einholen. Im Durchschnitt zahlst du für eine Verkleidung des Kamins etwa 800€ bis 1200€.

 

Sollte ich einen Schornstein verputzen oder verkleiden?

Zwar kann man einen Schornstein auch verputzen, aber in der Regel ist die Verkleidung die bessere Wahl. Das liegt vor allem daran, dass Putz einen geringeren Schutz vor der Witterung bietet. Zudem bilden sich oftmals Risse im Putz, wodurch Feuchtigkeit ins Innere gelangen kann. Dafür hat man beim Putz den Vorteil, dass der Auftrag weniger aufwändig ist und man eine sehr große Farbauswahl hat.

Bildquellen

Header: © #119002551 | Urheber: tl6781 | Fotolia.com

Zweites Bild: © #24358740 | Urheber: Kalle Kolodziej | Fotolia.com

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