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Motorrad einwintern

Erstellt am 31.08.2017 | Aktualisiert am 09.12.2018 | Lesezeit: ca. 4 Minuten 
Ein Motorrad wird in der Regel vom Frühling bis Herbst gefahren. Dementsprechend steht es in den kälteren Monaten nur herum. Damit die Maschine dabei keine Schäden erleidet und der Motor auch noch im nächsten Jahr anspringt, muss man das Motorrad richtig einwintern. Was dabei zu beachten ist, erfährst du in dieser Anleitung. Außerdem geben wir dir hilfreiche Tipps und bieten dir eine Checkliste zu den benötigten Hilfsmitteln.

Zusammenfassung der Anleitung

Falls du ein Schnellleser bist, hast du hier eine kompakte Zusammenfassung zum Motorrad einwintern:

  1. Wechsel das Öl und den Ölfilter.
  2. Entleere den Vergaser.
  3. Schließe den Benzinhahn.
  4. Fülle den Tank voll auf.
  5. Pumpe die Reifen auf.
  6. Baue die Batterie aus, fülle sie auf und bewahre sie korrekt auf.
  7. Reinige das Motorrad.
  8. Trage einen Korrosionsschutz auf.
  9. Fette und öle die entsprechenden Teile.
  10. Stelle das Motorrad auf Hauptständer oder einen Montageständer.
  11. Decke das Fahrzeug ab.

 

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Schritt-für-Schritt-Anleitung: Motorrad einwintern

1.

Öl wechseln

Als erstes solltest du einen Ölwechsel durchführen. Hierbei solltest du jedoch nicht nur das alte Öl durch neues ersetzen, sondern auch den Ölfilter austauschen. Auf diese Weise gehst du sicher, dass die Stoffe im Altöl keine Teile des Motors angreifen oder diesen verharzen lassen.


2.

Vergaser entleeren

Um die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Starts im nächsten Jahr zu erhöhen, solltest du ebenfalls den restlichen Sprit aus dem Vergaser lassen, welcher ebenfalls klebrige Rückstände hinterlassen kann. Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten:

Möglichkeit 1:
Stelle eine Wanne bzw. ein anderes geeignetes Gefäß zum Auffangen des Benzins unter den Vergaser. Nimm dir im Anschluss einen Schraubenzieher, öffne mit diesem die Ablassschrauben und lass den Sprit in den Auffangbehälter laufen. Abschließend drehst du die Schrauben wieder zu.

Möglichkeit 2:
Falls dir die erste Variante zu viel Schrauberei ist, kannst du den Motor auch solange laufen lassen, bis der Vergaser leer ist. Schließe dazu den Benzinhahn bzw. klemme die Zufuhr zum Vergaser ab und starte den Motor.

Sobald dieser aufgrund des Spritmangels anfängt zu ruckeln, solltest du den Choke ziehen. Lasse das Motorrad solange laufen bis es ausgeht und bringe den Choke wieder in seine ursprüngliche Position. Nun sollte der Vergaser nahezu komplett leer sein.


3.

Tank befüllen

Der Tank sollte im Gegensatz zum Vergaser randvoll sein, damit er nicht beginnt zu rosten / korrodieren. Schließe dazu den Benzinhahn bzw. klemme den Vergaser ab, falls du dies noch nicht getan hast.

Fülle anschließend den Tank auf und gib ein Winterschutz-Additiv* hinzu. Dieses verringert zum einen das Risiko von Rost und besitzt zudem eine reinigende Wirkung.


4.

Reifen aufpumpen

Wenn das Motorrad über mehrere Monate steht, kann es passieren, dass die Reifen einen sogenannten Standplatten bekommen. Um dem entgegenzuwirken solltest du den Reifendruck so erhöhen, dass er etwa 0,5 bar über dem vom Hersteller empfohlenen Druck liegt.


5.

Batterie ausbauen, auffüllen & aufbewahren

Um die Lebensdauer der Batterie zu erhöhen, solltest du diese ausbauen. Achte hierbei unbedingt, dass du zuerst den Minus- und dann den Pluspol entfernst.

Prüfe im Anschluss, ob der Säurestand im empfohlenen Rahmen liegt und fülle die Batterie gegebenenfalls mit etwas destillierten Wasser bis zur Maximum-Linie auf. Stelle sie anschließend in einem kühlen, trockenen Raum ab.

Tipps:
Falls du das Motorrad in einem Raum mit Temperaturen um die 10°C einlagerst, dann kannst du die Batterie auch eingebaut lassen und musst sie lediglich abklemmen. Wenn du sie einmal im Monat sowie vor dem Einbauen lädst, erhöhst du zudem ihre Lebensdauer zusätzlich. Alternativ kannst du sie auch den ganzen Winter über an ein spezielles Ladegerät für Motorrad-Batterien anschließen.


6.

Reinigen

Im nächsten Schritt solltest du das Motorrad reinigen. Entferne hierzu die groben Verschmutzungen zunächst mit einem Gartenschlauch. Sprühe die Maschine anschließend mit einem geeigneten Reinigungsmittel* ein.

Nach einer Einwirkzeit von 5 bis 10 Minuten solltest du die hartnäckigeren Flecken mit einer Reinigungsbürste sowie einem Schwamm bearbeiten. Spüle das Motorrad anschließend mit klarem Wasser ab und reibe es mit einem Mikrofasertuch trocken.

Putze anschließend auch die nicht sichtbaren Stellen wie etwa die Innenseite der Verkleidung oder die Unterseite der Sitzbank.


7.

Korrosionsschutz auftragen

Eine Reinigung alleine reicht nicht aus, um den Lack im Winter zu schützen. Aus diesem Grund musst du die lackierten Teile wie etwa den Tank oder die Seitendeckel mit Hartwachs einsprühen.

Die restlichen Teile wie den Motor, Stoßdämpfer und den Auspuff solltest du hingegen mit einem Korrosionsschutz behandeln.


8.

Fetten und Ölen

Reinige anschließend die Kette vollständig, befreie sie mit einer Bürste von altem Fett und sprühe sie, das Kettenblatt sowie die Ritzel mit einem Kettenspray ein. Falls nichts vom Spray auf dem Boden landen darf, solltest du Zeitung oder Pappe unterlegen. Öle alle Beweglichen Teile wie etwa Gelenke, Hebel, Ständer, Schlösser etc. Zudem solltest du einen Tropfen Öl in das Zündkerzenloch geben.


9.

Richtig abstellen

Nun kannst das Motorrad fertig zum Einwintern abstellen. Auch dabei solltest du einiges beachten, damit die Reifen nicht unnötig belastet werden. Wie du vorgehen solltest, ist abhängig davon, ob deine Maschine einen Hauptständer besitzt oder nicht:

Mit Hauptständer:
Stelle das Fahrzeug auf dem Hauptständer ab und unterstütze den Rahmen mit ein paar Holzblöcken, um die du einige alte Tücher gewickelt hast. Alternativ kannst du es auf einem Montageständer platzieren.

Ohne Hauptständer:
Falls dein Motorrad keinen Hauptständer besitzt, solltest du es unbedingt auf einem Montageständer stellen.

Hinweis:
Indem du die Räder an deinem Fahrzeug ein- bis zweimal im Monat um eine Viertel-Umdrehung bewegst, entlastest du sie zusätzlich.


10.

Abdecken

Zu guter Letzt ist es empfehlenswert, wenn du das Motorrad abdeckst. Um es optimal vor Feuchtigkeit zu schützen, solltest du als Abdeckung eine Folie verwenden, welche einen VCI-Korrosionsschutz besitzt und atmungsaktiv ist.


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benötigte Zeit & Kosten

ca. 2-4 Stunden


ca. 10€ bis 20€

benötigte Hilfsmittel

  • Werkzeug
  • Ölfilter
  • Motoröl
  • Winterschutz-Additiv
  • Kompressor
  • Batterie-Ladegerät
  • Wasser
  • Reinigungsmittel
  • Bürste & Schwamm
  • Hartwachs
  • Korrosionsschutz
  • Kettenspray
  • Ölspray
  • Montageständer
  • Abdeckfolie

Tipps, Fragen und Antworten

Was ist zu beachten, wenn ich das Motorrad länger als einen Winter lang stilllegen möchte?

Bei einer Stilllegung über mehrere Jahre gibt es im Vergleich zum Einwintern gar keine allzu großen Unterschiede. Führe zunächst alle Schritte unserer Anleitung durch. Als allerletztes solltest du lediglich einen Luftentfeuchter am Motorrad platzieren und eine spezielle Korrosionsschutz-Faltgarage anbringen.

Bildquellen

Header: © #134779342 | Urheber: gabort | Fotolia.com

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